Pz.W. 736

 

 

Baujahr:                   1938/39

Ausbaustärke:          B alt

Nutzfläche:              244,46 m²

Erhaltungszustand:   70 %

 

Das Pz.W. 736 gehört zur Werkgruppe Lützow und wurde an das Hohlgangsystem angeschlossen. Der obere, frei zugängliche Teil besteht aus zwei Etagen und ist durch einen Treppenschacht mit dem unteren verbunden. Dieser untere Teil sowie der Großteil der unteren Etage können jedoch nur über das Hohlgangsystem erreicht werden.

Verläst man Keszyca in Richtung Kursko, so erreicht man nach etwa 600m die ehemalige Braunkohlengrube Robertsegen. Zwei mächtige Pfeiler markieren auf der rechten Straßenseite den ehemaligen Eingang und sind nicht zu übersehen. Auf der gegenüberliegenden Seite im Wald, in etwa 200 m Entfernung, liegt das Pz.W. 736. Dem vorgelagert ziehen sich am Waldrand der Panzergraben und die Höckersperre in Nord-Süd-Richtung hin. Auf dem dahinter liegendem Weg gelangt man in nordwestlicher Richtung zum relativ gut erhaltenen Panzerwerk, dem leider fast alle Panzerbauteile fehlen.

Der gesprengte Dreischartenturm 60P8, beziehungsweise was davon übrig ist, fällt einem als erstes ins Auge. Der komplette Turm (ehemals 50 t) wurde weggesprengt und verschrottet. Nur der wuchtige Türrahmen und Reste der Scharniere blieben übrig. Über diese neu geschaffene Öffnung gelangt man auch ins Innere. Gehen wir aber erst einmal zur Eingangsseite des Panzerwerkes. Der Zugang erfolgte hier nur über einen Eingang, der durch die flankierende Eingangsverteidigung gesichert wurde. Die Schartenplatte 7P7, die hierfür eingebaut wurde, ist das einzige große Panzerbauteil, welches bei diesem Werk erhalten blieb. Über den eigentlichen Eingang ist leider kein Reinkommen möglich, da die Fallgrube nicht geschlossen ist. Ein Blick in die offene Grube zeigt, dass man nicht immer gleich losstürzen sollte. Der Eingang wurde des Weiteren durch eine Nahkampfscharte mit Gewehrschartenverschluss 48P8 gesichert. Gleich rechts am Eingang befand sich außerdem noch die Entgiftungsnische.  

Beim Blick auf die Bunkerdecke sieht man das ganze Ausmaß der Sprengung: der Sechsschartenturm 20P7, der Panzerturm 424P01 für Maschinengranatwerfer M19 und der Panzerturm zur Infanteriebeobachtung 438P01 wurden durch Sprengung zerstört. Aber nun auf ins Innere.

Durch den eigentlichen Zugang zum Dreischartenturm 60P8 gelangt man in den davor gelegenen Bereitschaftsraum. Auf dem Flur ging es an der Stirnseite in den Planraum und zum Panzerturm zur Infanteriebeobachtung 438P01. Die Tür rechts auf dem Gang  geht in den Führerraum. Die nächste Tür links führt in den zweiten Bereitschaftsraum, dem sich die flankierende Eingangsverteidigung anschließt. Wieder auf dem Flur geht es nun in die Wache. Hier wurde durch eine Nahkampfscharte der Eingang zusätzlich gesichert. Durch die seitliche Tür gelangt man in die Hauptgasschleuse. Die hier eingebaute Gasschutztür ist, wie durch ein Wunder, erhalten geblieben. Nur die Hebel zum Verriegeln der Tür wurden mittlerweile auch abmontiert. Hinter der Tür befindet sich außerdem noch die zweite  Nahkampfscharte mit einem  Gewehrschartenverschluss 57P8. Die Bedienung erfolgte bei dieser Scharte vom Flur aus. Auf dem Flur, der Scharte gegenüber, lag der Nachrichtenraum. Als nächstes kommt der Waschraum mit Abort, der bis auf einige Scherben leer und nass ist. Durch eine Tür gelangt man jetzt, in einen durch die Sprengung entstandenen, großen Raum. Gleich links befand sich der Kampfraum für den Flammenwerfer. Dem folgten im Uhrzeigersinn der Panzerturm für M19 mit Sockelring 424P01, der Munitions- und technische Raum für den Maschinengranatwerfer M19, der Sechsschartenturm 20P7 und ganz rechts der dazugehörige Bereitschaftsraum. Über die Treppe machen wir jetzt einen kurzen Abstecher ins Untergeschoss. Unten ist nämlich erst einmal Schluss, denn hier beginnt das berühmte Fledermausreservat. Interessanterweise befand sich an dieser Stelle im Winter 2002 noch eine zweiteilige Panzertür, die damals leider auch verschweißt war.  Heute sieht es dort so aus (siehe hier).

Um den Rest des Pz.W. besichtigen zu können, muss man in das Hohlgangsystem und dort bis zum Bahnhof Otto marschieren. In der Mitte des Bahnhofs zweigt ein Gang in nordöstliche Richtung ab und endet nach 200 m. Hier schließt sich in Nord-Süd-Ausrichtung der unterirdische Teil des Panzerwerks an, dessen Kaserne als erstes die Längsachse kreuzt. Beide Kasernenhälften besitzen am Eingang verschiebbare Gasschutztüren zum Verschließen, jedoch ist der Innenausbau über das Rohbaustadium nicht hinaus gekommen. Interessant sind aber die Gummidichtungen an den Gasschutztüren, die noch sehr gut erhalten sind. Als nächstes folgt eine große Maschinenhalle, die natürlich leer ist und einige Zentimeter unter Wasser steht. Dieser Halle gegenüber befindet sich der Treppenschacht mit einer seitlichen Betontreppe. Zwei Munitionsräume, in denen jeweils Zwischendecken eingezogen wurden, vervollständigen den unterirdischen Teil der Anlage.

Steigen wir nun die Treppe hoch ins Untergeschoss. Schon von unten erkennt man die mächtigen Rohre der Lüftungsanlage und dass der Schacht oben verschlossen ist. Allerdings ist dies nur provisorisch geschehen und eine zweckentfremdete Gasschutztür dient als Durchschlupf. Hat man sich durch das Loch gezwängt, steht man erstmal im Raum über dem Treppenschacht. Die von unten erkennbaren Rohre führen hier weiter und sind, wie ein großer Schieber, bestens erhalten. Wie man aber auf den Bildern sieht, stehen die angrenzenden Räume alle unter Wasser und auch die Luftfeuchte ist sehr hoch. Gleich neben diesem Raum befand sich die Belüftungszentrale, in der zwei weitere Schieber erhalten sind. Durch eine seitliche Türöffnung gelangt man von dort in einen kleinen Flur. Dieser ist zwei Lagerräumen vorgelagert, die durch eine Schiebetür verschlossen werden konnten. Geht man am Treppenschacht gerade aus auf den Hauptflur, so gelangt man links zum versperrten Zugang ins Obergeschoss und in einen Abstellraum. Rechts dagegen befanden sich zwei Ruheräume, bei denen die verschiebbaren Gasschutztüren erhalten sind. Am Ende des Flures befindet sich außerdem noch der verschlossene techn. Zugang.

 

 

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