Pz.W. 630

 

 

Baujahr:                   1936/37

Ausbaustärke:         B alt                                          

Nutzfläche:              279,52 m²

Erhaltungszustand:  90 %

 

Dieses Panzerwerk gehört zu den größten im Südabschnitt des Oder-Warthe-Bogens. Es ähnelt vom Grundriss her dem des Pz.W. 598 und stammt aus der gleichen Bauphase.  Man gelangt am besten vom Pz.W. 631 aus zu dieser Anlage. An der dortigen Weggabelung geht man zu Fuß den rechten Weg und  gelangt nach etwa 200 m zum Pz.W. 630. Dieses befindet sich rechter Hand auf einer kleinen Anhöhe. Die Aufgabe dieses Bauwerkes bestand in der Deckung der Sperre 608 einschließlich des dazugehörigen Stauraumes sowie des anschließenden Grabens. Dazu war das Panzerwerk mit einem Maschinengranatwerfer M19, vier Maschinengewehren und einer Kleinstglocke zur Infanteriebeobachtung bestückt. Ein fünftes MG sicherte zusätzlich den rückwärtigen Bereich und den Eingang.

Der Zugang  in das Panzerwerk ist wie in vielen Fällen nicht über den Eingangsblock zu empfehlen. Hier sind wieder einmal die Fallgrubenabdeckungen den Schrottkolonnen zum Opfer gefallen. Auch der Einstieg durch die flankierende Eingangsverteidigung ist nicht möglich, weil hier die Schartenplatte 7P7 (trotz 7,5 t besten Stahls) nicht entfernt wurde. Um trotzdem in das Pz.W. zu gelangen, gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten.

 

Erstens über den gesprengten Dreischartenturm 2P7,

 

zweitens über einen Notausstieg (nur für ganz Unerschrockene) und

 

drittens über den gesprengten Kampfraum mit Panzer-Scharte und Deckenplatte 4P7. Wir wählten die letztere und leichtere Variante.

 

Durch den gesprengten Kampfraum gelangt man in einen kleinen Munitionsraum, dem sich ein etwa 5 m langer Gang anschließt. Dieser mündet in einen kleinen quadratischen Raum, auf dessen linker Seite sich ein Notausstieg befindet. Rechts gelangt man in den Hauptflur des Panzerwerkes. Als erstes erreicht man auf der linken Seite den Maschinenraum. Hier waren zwei Stromaggregate und der Tiefbrunnen samt Pumpe installiert. Außerdem befanden sich hier noch die Filter- und Belüftungsanlagen. Als nächstes geht es man rechts zum Brennstoffraum. Danach kommen links der Waschraum (mit der darunter liegenden Kläranlage) und die Toiletten (mit Nahkampfscharte). Am Ende des Flures befindet sich links die Nahkampfscharte zum Schutz der Hauptgasschleuse und  rechts geht es  in die ehemalige Küche mit dem sich anschließendem Vorratsraum.

Jetzt gelangt man durch eine Tür in den zweiten Teil des Hauptflures, welcher U-förmig angelegt ist. Gleich die erste Tür links führt in den ehemaligen Wachraum (ebenfalls mit Nahkampscharte) und danach in die Hauptgasschleuse. Im nächsten Raum befindet sich ein etwas ramponierter Stahlbehälter, welcher als Wassertank diente. Die letzte Tür auf der linken Seite führt in den Bereitschaftsraum, welcher der Besatzung der flankierenden Eingangsverteidigung und des Sechsschartenturmes vom Typ 20P7 als Unterkunft diente. Von hier gelangte man auch zu beiden Kampfständen. Am Ende des Hauptflures befand sich auf der rechten Seite ein kleiner Verbandsraum und geradeaus ein weiterer Notausgang (einer der heutigen möglichen Eingänge). Wieder zurück geht es links vor der Wache auf dem Hauptflur weiter. Hier befand  sich in der Mitte ein großer Ruheraum und auf der anderen Seite geht es zum Maschinengranatwerfer M19. Durch die Sicherheitsschleuse und zwei Munitionsräume gelangt man in den technischen Raum. Hier befanden sich ebenfalls Munition sowie der dritte Notausgang. Der sich nun anschließende Panzerturm 34P8 des Maschinengranatwerfers M19 ist als Panzerbauteil sehr schön erhalten geblieben. Alle demontierbaren Teile (Zwischenbühne, Asbestverkleidung usw.) wurden entfernt, jedoch der eigentliche Panzerturm (Gesamtgewicht 63 t!) wurde nicht angerührt. Dies ist wahrscheinlich auf die relativ abgelegene Lage des Pz.W. und dem damit verbundenem Aufwand zurück- zuführen.

Noch einmal zurück auf den U-förmigen Hauptflur geht es rechts in den Nachrichtenraum. Durch die nächste Tür gelangt man in den Führerraum. Von hier führte ein kurzer Gang in einen kleinen Raum, in dem eine Leiter zur Kleinstglocke 23P8 führte. Diese wurde jedoch wie der Dreischartenturm 2P7 gesprengt und entsorgt. Der Hauptflur endet in einem Bereitschaftsraum, der dem Dreischartenturm vorgelagert ist.

 

 

  Blick auf das Werk, das im Gelände nur schwer auszumachen ist
 

 

  gesprengter Dreischartenturm 2P7 - Zugang zum Bereitschaftsraum, eine der jetzigen Einstiegsmöglichkeiten
 

 

  gesprengter Dreischartenturm 2P7
 

 

  Einer der Notausstiege
 

 

  noch einmal
 

 

  gesprengter Sechsschartenturm 20P7
 

 

  Blick in den Sechsschartenturm, links erkennt man den Zugang zum Munitionsraum (Pfeil)
 

 

  gesprengter Sechsschartenturm 20P7

 

 

 

  der Eingangsbereich des Pz.W.630
 

 

  linker Eingang und flankierende Eingangsverteidigung mit Schartenplatte 7P7
 

 

  flankierende Eingangsverteidigung im Detail
 

 

  linker Eingang mit Nahkampfscharte
 

 

  rechter Eingang mit Nahkampfscharte
 

 

  Entgiftungsnische mit Resten der Wandfliesen
 

 

  ... noch einmal

 

 

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