Pz.W. 694

 

Baujahr:                   1935/36

Ausbaustärke:          B alt                                      

Nutzfläche:               174,11 m²

Erhaltungszustand:   70%

 

Dieses Panzerwerk befindet sich hinter dem nördlichen Ortsausgang von Lubrza. Beim verlassen der Stadt überquert man den Graben 711. Nach dem Passieren der Brücke kann man sein Auto links der Straße abstellen. In unmittelbarer Nähe sieht man von hier das Ablassbauwerk 708. Mit ihm wurde der Wasserstand im Gast-See sowie des anschließenden Graben 710 reguliert.

In ca. 200 m Entfernung, an der Straßengabelung Burze – Staropole, erkennt man ein großes Kreuz, welches man nicht verfehlen kann. Anders sieht es mit dem gegenüber liegendem Pz.W. 694 aus. Dieses wurde nämlich zugeschüttet und man sieht es nur als überwucherten Hügel. Auch wir mussten erst einmal suchen. Jedoch entdeckten wir den vor nicht allzu langer Zeit  freigelegten Eingang und wir konnten uns durch ein kleines Loch hinein zwängen.

Im Innern der recht großen Anlage gibt es nicht viel zusehen, da wie eigentlich überall, alles bewegliche oder verwertbare Material abtransportiert wurde. Außerdem wurden Sprengungen innerhalb des Bunkers durchgeführt, so dass viele Betontrümmer umherliegen und Moniereisen heraus ragen. Des weiteren ist aufgrund des kleinen Zugangs auch keine sehr gute Luft in diesem Gemäuer, so dass man es freiwillig nach kurzer Zeit wieder verlässt.

Die Anlage wurde zum Schutz des Ablassbauwerks 708 errichtet. Außerdem deckte es die Verbindungsstraße zwischen Lubrza und Staropole, sowie das Überflutungsgebiet im Nordosten von Lubrza bis hin zur Werkgruppe „Körner“.

Das Pz.W.694 ist das letzte Bauwerk des Südabschnitts und auch das nördlichste der alten Nischlitz-Obra-Linie. Die Bewaffnung des Pz.W. bestand aus 2 MG im Sechsschartenturm 20P7,  einem MG im Kampfraum mit Panzer-Scharte und Deckenplatte 4P7 sowie einem MG zur flankierenden Eingangsverteidigung hinter einer Schartenplatte 7P7. Außerdem besaß das Pz.W. eine 3,7-cm Pak in einer Pak-Garage, welche durch eine Nahkampfscharte im Inneren verteidigt werden konnte. Durch den Eingangsblock mit Entgiftungsnische gelangt  man in einen großen Raum, der als Wache diente. Das Bunkerinnere unterteilte sich dann in drei Abschnitte, welche durch einen Flur zu erreichen waren. Links gelangte man in den Sechsschartenturm, die Eingangsverteidigung, sowie die dazugehörigen Ruhe- und Bereitschaftsräume und den Notausgang. In der Mitte befanden sich der Maschinen- und Lüfterraum, der Pumpenraum zur Wasserversorgung, die Küche, der Waschraum und der Nachrichtenraum mit anschließendem Führerraum. Auf der rechten Seite gelangte man zum Kampfraum mit Panzer-Scharte und Deckenplatte 4P7 (ein kleiner Raum mit frontaler Panzerplatte und einer Panzerplatte als Decke), einem Bereitschaftsraum, einem Ruheraum und zu den Aborten. Außerdem befand sich neben der Wache ein separater Verbandsraum.

 

Zusatz November 2007: Die Anlage wurde von einem polnischen Bunkerfreund komplett freigelegt und restauriert, inwieweit sie besichtigt werden kann ist unklar.

Die nachfolgenden Aufnahmen sowie unsere Ausführungen stammen aus dem Jahr 2002 und geben nicht den heutigen Zustand der Anlage wieder.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Der heutige "Eingang" zum Pz.W. 694

 

  Erik beim Ausstieg
 

 

 

 

 

 

 

 Der Eingang von innen

 

Aufstieg zum Kampfraum mit Panzerscharte und Deckenplatte 5P7

 

 

 

 

Der Aufstieg aus anderer Perspektive

 

 

 

 

 

Sprengungen im Inneren des Pz.W.

 

Zugang zum Sechsschartenturm 20P7

 

 

 

 

 

 

Das vom Pz.W. 694 zu deckende Ablassbauwerk 708

 

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